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SachsenTip
  Schloß Augustusburg

Stand: 29. Oktober 2000

Im 11. Jahrhundert erfolgte auf dem 516 Meter hohen Schellenberg der Bau der Schellenburg. Die Entstehung der Stadt, welche noch bis 1899 den gleichen Namen trug, erfolgte dann in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ein Brand vernichtete die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts. Etwa 20 Jahre später ließ Kurfürst August durch den Leipziger Baumeister Hieronymus Lotter die Augustusburg als Jagd- und Lustschloß, im Baustil der deutschen Spätrenaissance, errichten. Blütezeiten, in denen die Burg bauliche Veränderungen erfuhr, wurden durch Kriegszeiten mit Plünderungen und Verwüstungen abgelöst. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloß dann auf verschiedenste Weise genutzt, so auch als Speicher, Pensionat und Forstverwaltung. Bauliche Erhaltungsmaßnahmen begannen erst 1948. Zu Beginn der 50er Jahre etablierte sich als erstes Museum eine heimatgeschichtliche Sammlung im Hasenhaus, die jedoch 1968 aufgelöst wurde.
In den darauffolgenden Jahren wurde das Schloß dann Heimstatt für verschiedene museale Einrichtungen. Seit 1.1.1992 ist der Freistaat Sachsen Eigentümer der historischen Anlage. Wer heute die Augustusburg besucht, dem bietet sich eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, die nicht unbedingt den Exponaten gleichen, die üblicherweise in den Museumsräumen von Schlössern zu sehen sind. Blick in den Innenhof
Wer sich für Motorradsport und -geschichte interessiert, der kommt im Motorradmuseum voll auf seine Kosten. Hier werden Oldtimer-Raritäten wie beispielsweise der DKW Sport 500 und die grüngelbe "Böhmerland" aus dem Jahre 1937 gezeigt. Ein breites Spektrum an Motorrädern und auch moderne Zweiräder präsentieren sich dem Besucher.
Der Eingangsbereich Wer dagegen die Vögel und die jagbaren Tiere des Erzgebirges kennenlernen möchte, für den lohnt sich ein Besuch im Hasenhaus des Schlosses. Etwa 120 verschiedene Arten sind hier in Dioramen ausgestellt. Die Kunstfertigkeit der hauseigenen Präparationswerkstatt macht es möglich, daß die Tiere in ihrer nachempfundenen Umgebung so aussehen, als wären sie echt.
Doch auch quicklebendige Tiere sind auf der Augustusburg zu finden, und zwar in der dort ansässigen Falknerei. Regelmäßig sind hier Vorführungen, die zeigen, mit welcher Geschicklichkeit die gefiederten Jäger ihrer Beute nachstellen. Historischer Töpfermarkt
Der Eingang zum Schloß Einen Besuch wert ist auch der Hasensaal. Einst befanden sich hier 94 Bilder des Dresdner Hofmalers Heinrich Göding. Heute sind allerdings nur noch 25 erhalten.

Den Mittelpunkt der Ausstellung Jagd und Hofhaltung auf Schloß Augustusburg in der 2. Etage des Hasenhauses bildet der Venussaal. So ist die Darstellung des "Venusberg" als vollständige Raumausmalung einzigartig in der Wandmalerei des 16. Jahrhundert im gesamten deutschsprachigen Raum.

In den angrenzenden Stuben wird sowohl die historische Funktion des Schlosses als auch seine Ausstattung und die Nutzung als Jagdschloß zur Zeit des Kurfürsten August erläutert. Des weiteren sind Jagdwaffen aus der Sammlung des Schlosses und Leihgaben aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen.
Interessenten von edlen Gefährten kommen in zwei ehemaligen Stallräumen im Wirtschaftshof auf ihre Kosten. Dort werden Kutschen und Schlitten aus der Zeit des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt. Die schwarz-gelbe Postkutsche ist hier genauso zu finden wie luxeriös ausgestattete "Berlinen". Parallel dazu wird gezeigt, daß beim Kutschenbau weit mehr als nur Wagenbauer oder Stellmacher beschäftigt waren. Erst ein Stab von Handwerkern, so beispielsweise Holzschnitzer, Maler, Vergolder, Tapezierer und Sattler, machten die Kutschen zu ästhetischen Meisterwerken. Blick zur Kirche
Doch auch das Freigelände der Schloßanlage bietet eine Menge zu sehen, so unter anderem das Brunnenhaus für einen über 130,6 Meter tiefen Brunnen, wie er für alle Schloß- und Burganlagen überlebenswichtig war. Das Besondere der Augustusburg ist, daß hier ein Renaissancebau nicht als Erweiterung oder Umbau einer alten Schloß- oder Burganlage entstand. Vielmehr wurde er aus einer einheitlichen Konzeption entwickelt. Selbstverständlich ist auf Schloß Augustusburg das gesamte Jahr über Saison in punkto Kultur. Zu den vielfältigsten Veranstaltungen gehören unter anderem 50minütige Schloßführungen, Ausstellungen in der Galerie im Turm, Schlemmen im Augustuskeller, Bikertreffen, das Wandeln auf Lotters Spuren, Töpfermarkt, Schloßkonzerte und vieles andere mehr.
Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober
Täglich 9.00 – 18.00 Uhr
November bis April
Täglich 10.00 – 17.00 Uhr
Anschrift:
Schloß Augustusburg
09573 Augustusburg
Telefon: (03 72 91) 3 80 10
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