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SachsenTip
  Rochsburg

Stand: 26. Oktober 2000

In dem kleinen Ort Rochsburg, zwischen den Städten Lunzenau und Penig gelegen, präsentiert sich auf einem 50 Meter hohen Felssporn über der Mulde die Rochsburg. Das geschlossene Ensemble scheint so recht den Vorstellungen von einer mittelalterlichen Burg zu entsprechen. Ursprünglich wurde das Bauwerk als kleine Burganlage mit einem Bergfried gegründet. Zu dieser Zeit hatte in der Rochlitzer Region die Rodung des Waldes und die Besiedlung der größten Dörfer längst begonnen. Hoch über dem Ort...
Die Burg war ein Stützpunkt der wettinischen Grafschaft Rochlitz und gehörte dem Grafen Dedo von Rochlitz. Als er starb, wurde ein Teil der Grafschaft verlehnt, und es entstand die Herrschaft Rochsburg.
Deren neuer Besitzer Gutheros de Rochsburg wurde erstmalig gemeinsam mit der Burg im Jahre 1195 erwähnt. Das Gemäuer erlebte in den acht Jahrhunderten ihres Bestehens eine ständig wechselnde Besitz- und Baugeschichte.
Die Burgmauer... So veränderten die Besitzer, unter anderem auch die Burggrafen von Altenburg und von Leisnig, nach ihren Vorstellungen das Gesicht der Burg. Erst der sächsische Oberlandbaumeister Arnold von Westfalen, welcher auch die Albrechtsburg in Meißen erbaute, beeinflußte im 15. Jahrhundert den Ausbau der Rochsburg nach seinen Vorstellungen.
Der älteste Teil des Burgensembles ist der 32 Meter hohe Bergfried. Er stammt vermutlich noch aus der Gründungszeit der Burg. Mit seiner schön geschweiften Turmhaube ist er weithin sichtbar. Imposant ist auch das Brunnenhaus inmitten des Burghofes. Es birgt das Räderwerk des einstigen Ziehbrunnens, dessen Tiefe bis zur Sohle 53 Meter beträgt. Das Schmuckstück der Rochsburg ist die schmale, hohe Burgkapelle St. Anna, welche nach 1470 zwischen Bergfried und Alte Kemenate eingefügt wurde. Durch diese hohle Gasse...
Wehrtürmchen Caspar Kraft, der Erbauer der Marktkirche zu Halle, stattete die Kapelle im Jahre 1523 mit reichem Netzgewölbe aus. Andreas Lorentz aus Freiberg schuf den Renaissance-Altar.

Im Jahre 1548 kaufte Wolf II. von Schönburg das Schloß, welches im Schmalkaldischen Krieg geplündert und niedergebrannt wurde. Er wollte es zu einem Wohnschloß ausbauen. Doch auch sein Werk blieb nicht erhalten, denn die Rochsburg brannte Ende des 16. Jahrhunderts aus.

In den folgenden Jahren wurde sie jedoch nach Vorlagen von 1548 bis 1552 wieder aufgebaut. Der 30-jährige Krieg ging allerdings auch nicht spurlos vorbei und sorgte erneut für einen schlechten Zustand des Gemäuers. Erst 1860/70 wurde sie restauriert, um den wirtschaftlichen Anforderungen des 19. Jahrhunderts zu entsprechen. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Rochsburg zu einem beliebten Wander- und Ausflugsziel. Brunnenhaus
Im Jahre 1911 übernahm die gräfliche Familie von Schönburg-Wechselburg die Verwaltung des Schlosses. Sie eröffnete ein kleines Privatmuseum und ermöglichte Besuchern den Zutritt zur Schloßkapelle und in einige Innenräume. Seit der Wiedereröffnung der Burg 1948 werden in mehreren Räumen historische Möbel aus verschiedenen Epochen, so auch das komplett eingerichtete Jagdzimmer im ehemaligen Palais, sowie Porträts der Grafen von Schönburg gezeigt. Zu jener Zeit begann auch wieder die Nutzung der Jugendherberge. In der Burg...
Wachturm In den letzten Jahren hat sich in punkto Sanierung und Restaurierung auf der Rochsburg eine Menge bewegt.

Heute nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu einem Ausflug in die schöne Muldenregion.

Das Museumsteam bietet neben Führungen und Vorträgen auch ständig wechselnde Sonderausstellungen und Konzerte an. Blick zur Kirche
Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 17.00 Uhr
November bis März:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 16.00 Uhr
Anschrift:
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