| Dort, wo sich einst Böhmische Glas- und Salzstraße kreuzten, entstand um 1100 eine Burganlage aus Holz. Hätte der wendische Vasall und Lehensherr Ritter Moyko de Stulpen nicht so dringend Geld benötigt, so wäre die Burg sicher nicht gemeinsam mit einigen umliegenden Dörfern für 168 Silbermark an den Meißner Bischof Bruno II. verkauft wurden, und vielleicht gäbe es heute diese beeindruckende Burganlage nicht. Zum Glück aber drehte sich das Rad der Geschichte unaufhaltsam weiter, und es machte auch vor der Burg Stolpen nicht halt. Einige Jahrhunderte lang war sie Grenz- und Ortburg der Meißner Bischöfe und zahlreicher weiterer Kirchenvertreter. | ![]() |
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Umfangreiche Bauarbeiten in der Folgezeit, zu denen ausschließlich der örtliche dauerhafte Baustoff Basalt eingesetzt wurde, verhalfen der Burg zu ihrem einmaligen und äußerst dauerhaften Erscheinungsbild. |
| Und weil Freiberger Bergleute 22 Jahre lang an einem in Basalt getriebenen Brunnen gearbeitet haben, der mit beeindruckenden 82 Metern als weltweit der tiefste gilt, hatten es die Belagerer der Burg schwer, Stolpen zu erobern. Sie hielt sämtlichen Angriffen stand. Lediglich Napoleon Bonaparte gelang es, sie teilweise niederzubrennen. Herrscher und Belagerer kamen und gingen, doch eine Frau blieb fast 50 Jahre lang auf der Burg Stolpen in Gefangenschaft. |
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Die schöne Anna Konstanze, Reichsgräfin von Cosel, einst Mätresse von August dem Starken, wurde auf Grund ihres Ehrgeizes, in der Politik mitsprechen zu wollen, auf die Burg verbannt. Die Gräfin lebte zwar im Johannisturm, umgeben von einem bescheidenen Luxus, doch womit sie die Zeit totschlug, ist kaum überliefert, zumal auch nur wenige persönliche Gegenstände von ihr vorhanden sind. Auf dem Burggelände befindet sich auch das Grab der Cosel. | ![]() |
| Seit mehr als hundert Jahren kann die Burg öffentlich besichtigt werden. Damals trugen Stolpener Vereine die erste "Altertumssammlung" zusammen. Sie bildete den Grundstock für das bis zum heutigen Tage existierende Museum. Anfang des 20. Jahrhunderts besuchte König Friedrich August III. von Sachsen die Burg. Diese Audienz hatte zur Folge, daß auf absehbare Zeit jährlich 4000 bis 5000 Mark zur Erhaltung der Bausubstanz investiert wurden. Noch zu DDR-Zeiten diente die Burg als Kulisse für zahlreiche Inszenierungen von Film und Fernsehen. Zu jener Zeit verzeichnete die Anlage auch beachtliche Besucherzahlen. |
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Seit dem Jahre 1993 gehört die Burg zur Sächsischen Schlösserverwaltung. Wen es heute nach Stolpen zieht, der sollte genügend Zeit mitbringen. Schon der Aufstieg zum Burggelände gestaltet sich zu einem ersten Erlebnis. | ![]() |
| Vorbei geht es an altertümlichen Häusern, die sich in gutem baulichen Zustand befinden, und einem Denkmal mit Basaltformationen. |
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Letzteres weist darauf hin,
daß vor etwa 30 Millionen Jahren der Stolpener Basalt das Lausitzer Granitmassiv
durchbrach. Ein kurzer Abstecher zur Pfarrkirche, die ursprünglich als spätgotisches
Bauwerk um 1490 entstand, lohnt sich ebenfalls. Das eigentliche Burgensemble mit einer Länge von 220 Metern präsentiert 10 verschiedene Objekte, die alle besichtigt werden können. |
| Dem Besucher bieten sich somit beeindruckende Perspektiven in luftiger Höhe, zu ebener Erde und schließlich unter Tage. Mit 10 Pfennig ist der Besucher dabei, daß sich der Burggeist zeigt. Selbstverständlich gibt es auf Burg Stolpen auch kulturelle Veranstaltungen. Dazu gehören Freilichtaufführungen, Justiz vergangener Jahrhunderte und Mittelalterliche Kräuterkunde. | ![]() |
| Öffnungszeiten: | |
| April bis Oktober 9.00 17.00 Uhr November bis März 10.00 16.00 Uhr |
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| Anschrift: | |
| Burg Stolpen Schloßstraße 10 01833 Stolpen Telefon: (03 59 73) 23 40 |
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