| Kein Geringerer als der Maler
und Schriftsteller Wilhelm von Kügelgen hat in seinem Buch "Jugenderinnerungen eines
alten Mannes" dem Boulevard in Dresden-Neustadt ein Denkmal gesetzt. Nachdem die
sächsische Kunststadt 1945 in trostlose Trümmer versank, hätte wohl niemand je geahnt,
in welchem Glanz sich das Antlitz der alten Hauptstraße der "Neuen Königstadt"
heute präsentiert. Kaum ein Besucher kann sich dem Zauber entziehen, den schmuck
restaurierte Bürgerhäuser, wie mit leichter Hand verstreute Springbrunnen und
ehrwürdige Platanen hinterlassen. Und mittendrin befindet sich das Museum zur Dresdner
Frühromantik, das "Kügelgenhaus". Hier spiegelt sich eine bedeutsame Epoche
der Dresdner Kultur- und Geistesgeschichte in den Jahren 1785 bis 1830 in ihrer Gesamtheit
wider. Hier, beim einstigen Hausherrn Gerhard von Kügelgen, verkehrten Persönlichkeiten
wie Caspar David Friedrich, E.T.A. Hoffmann und Carl Maria von Weber, um nur einige zu
nennen. Beim Verlassen des Boulevards
begegnen dem Besucher noch zwei populäre Herren, der König und sein Narr. Der eine
präsentiert sich auf einem feurigen Lippizzanerhengst, goldschimmernd: August der Starke,
einst Kurfürst von Sachsen und König von Polen und heute auch so ein bißchen Schutzherr
der freundlichsten Straße von Dresden. |