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| Seiffen - Spielzeugdorf des Erzgebirges | ||
Stand: 30. Oktober 2000 |
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| Das nahe der Grenze zu
Tschechien gelegene Seiffen wird heute auch das "Spielzeugdorf des Erzgebirges"
genannt. Allerdings reicht die wechselvolle Geschichte Seiffens weit in die erste Hälfte
des 14. Jahrhunderts zurück, als die Mittelgebirgsschwelle zwischen Böhmen und der Mark
Meißen noch Miriquidi - Dunkelwald - hieß. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte
1324, und Mitte des 15. Jahrhunderts begann sich der Zinnbergbau zu entwickeln. Pochwerke
und Schmelzhütten entstanden, doch der Erzsegen war nicht von Dauer. In den folgenden
Jahrhunderten führten magere Erzausbeute, technische Erschwernisse beim Zinnabbau und
billigere Importe zum Niedergang des Zinnbergbaus im Seiffener Winkel. Auch die
Glasmacherei, einst ein wichtiger Broterwerb im Erzgebirge - allein im Seiffener Winkel
gab es 5 Glashütten - reichte nicht aus, um den Lebensunterhalt der Einheimischen zu
sichern. Neue Erwerbsmöglichkeiten für die Bevölkerung mußten gefunden werden. Schon bald entwickelte sich vor Ort verschiedene Gewerbe der Holzbearbeitung. Zunächst wurden hölzerne Haushaltsgegenstände und später Spielzeug gefertigt. Im Jahre 1699 brachte der Seiffener Johann Friedrich Hiemann erstmals gedrechselte Erzeugnisse mit einer Schubkarre zur Leipziger Messe. Übrigens hatten die Gestaltungsprinzipien der Glasmacher auch kulturellen Einfluß auf die Seiffener Volkskunst in Holz. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Reifendreherei, welche bis zum heutigen Tage in zahlreichen Handwerksbetrieben des Ortes gepflegt wird. Heute ist Seiffen in aller Welt auch wegen seiner prachtvollen weihnachtlichen Volkskunst bekannt. Den traditionsreichen Lichterträgern Bergmann und Engel haben sich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts Räuchermann und Nußknacker als Symbolfiguren der erzgebirgischen Weihnacht hinzugesellt. Leuchter, Krippendarstellungen und hölzerne Schwibbogen gehören ebenso dazu wie die berühmten Kurrendefiguren und die Striezelkinder, die 1937 auf der Weltausstellung in Paris Goldmedaillen erhielten. Bergbauliche Arbeit, Sehnsucht nach dem Lichte und die erzgebirgische Freude, Weihnachten zu feiern, setzten die Hauptakzente in der Spielzeuggestaltung. Doch auch museal hat Seiffen so einiges aufzuweisen. Besuchenswert ist auf jeden Fall neben dem Erzgebirgischen Freilichtmuseum auch das Erzgebirgische Spielzeugmuseum und die Seiffener Bergkirche. |
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